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Einsatzindikation

Das Krisen-Interventions-Team KIT des ASB München kann über die integrierte
Rettungsleitstelle der Berufsfeuerwehr München alarmiert werden von:
Polizei, Kriminalpolizei oder Schutzpolizei
Feuerwehr, Berufsfeuerwehr oder freiwillige Feuerwehr
Rettungsdienst und Notarzt
Sicherheitsbehörden und Ämter wie die Landes- oder Bundesinnenministerien oder das Auswärtige Amt.

Das KIT bietet dann als Angebot unmittelbare, qualifizierte Betreuung der Betroffenen vor Ort, direkt in der Situation. Es ist rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr ein KIT-Mitarbeiter in Bereitschaft. Er verfügt dazu über ein Einsatzfahrzeug (VW Bus), Alarmmelder, Funk und ein Mobiltelefon. Die Schichte dauern 12 Stunden. In dieser Zeit muss der KIT-Mitarbeiter bei einem Alarm sofort ausrücken können. Sollten mehrere Einsätze parallel auflaufen oder bei einem Einsatz mehrere KIT-Mitarbeiter benötigt werden, kann der diensthabende Kollege oder die Rettungsleitstelle den 2. Dienst des KIT mit einem eigenen Einsatzfahrzeug und über die 24 Stunden besetzte ASB Zentrale einen so genannten Hintergrundalarm an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KIT auslösen.

Das KIT arbeitet analog zum Vorgehen des Rettungsdienstes. Der Rettungsdienst stabilisiert den erkrankten, verletzten Menschen und bildet die Brücke zur weiteren medizinischen Versorgung in geeigneten Einrichtungen. Das KIT bietet Beistand, Beratung und Betreuung unmittelbar in der Situation. Nach Stabilisierung und Information geht es dann darum, die weitere Betreuung in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen zu organisieren. In der Regel ist dies das soziale Umfeld, die Familie der Betroffenen. Dieses Umfeld trägt über Jahre und Jahrzehnte. Gerade in der Akutsituation ist es möglich Ressourcen zu aktivieren an die vorher nicht zu denken war, z.B. werden plötzlich jahrelange Familienstreitigkeiten im Angesicht des Ereignisses bedeutungslos.

Für die meisten Betroffenen ist das soziale Umfeld für die nächsten Stunden und Tage für die Unterstützung ausreichend. Eine Überversorgung, eine Überbetreuung in diesem Bereich kann dazu führen, dass das soziale Umfeld aus der Verantwortung genommen wird und nicht mehr funktioniert. Für einige wenige Betroffene ist eine weitere direkte Versorgung durch ambulante psychosoziale Stellen oder stationäre Einrichtungen notw endig. Hier ist die Vernetzung mit diesen Einrichtungen im Vorfeld unumgänglich. Jeder Betroffene erhält einen Informationsflyer zur Psychoedukation des KIT-München und Unterlagen bzw. Informationen zu weiteren Betreuungseinrichtungen für die spätere Betreuung in seinen speziellen Fall.

Wir betreuen Opfer, Betroffene, Hinterbliebene und Angehörige nach:

  • Reanimation oder Todesfall unter besonderen Umständen
    - in der Öffentlichkeit
    - bei Vereinsamung oder Verwirrung der Hinterbliebenen etc.
  • Massiver Gewalterfahrung
    - Überfall / Banküberfall
    - Geiselnahme
    - sexueller Traumatisierung
    - gewalttätigen Familienkonflikten etc.
  • Schweren Verkehrs-, Schienen- oder Arbeitsunfällen
    - Betreuung von Fahrpersonal der städt. Verkehrsbetriebe und der 
    - Deutschen Bahn AG und anderer unmittelbar Betroffener z.B. Augen- oder Ohrenzeugen
    - Betreuung von Fahrpersonal der MVG
    - Projekt der MVG zur Suizidprävention im Schienenbereich ---> hier klicken
  • Bränden mit Schwerverletzten, Toten oder bei Evakuierung
  • Selbsttötung / Suizid oder Suizidversuch
  • Der schweren Verletzung oder dem Tod eines Kindes z.B. Verdacht auf plötzlichen Säuglingstod oder Unfalltod.
  • dem Überbringen einer Todesnachricht an Angehörige und Hinterbliebene in enger Zusammenarbeit mit der Polizei


Um Missverständnissen vorzubeugen: KIT betreut keine Personen, die einer psychiatrischen Behandlung bedürfen (z. B. akute Suizidalität, Suchtprobleme, psychotische Patienten etc.).

KIT fährt grundsätzlich nur auf Anforderung von Einsatzkräften vor Ort: Nur Mitarbeiter des Rettungsdienstes, der Feuerwehr, der Polizei oder der Sicherheitsbehörden können über die Integrierte Leitstelle (ILST) der Branddirektion München KIT anfordern. Damit bietet KIT einen unverzichtbaren Dienst für alle Bürger im Rettungsdienstbereich München (Stadt und Landkreis), der aber nicht durch den Bürger selbst alarmiert werden kann. Bei allen Ereignissen, nach denen KIT die betroffenen Menschen betreut, werden Einsatzkräfte aus Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei tätig.

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Publiziert am: Donnerstag, 05. April 2007 (6376 mal gelesen)
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